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AG Landkreis West im ADFC München e.V.

Sprecherin:
Frauke Buchholz

  Sprecher:
Lotar Krahmer
Bussardstraße 5
82166 Gräfelfing
Tel. 089 / 89809370


Vorschläge zur Verbesserung des Radverkehrsnetzes im Würmtal
Stand: 9.06.2000

Ein attraktives Radverkehrsnetz ist die wichtigste Voraussetzung, um den Radverkehrsanteil an den zurückgelegten Wegen zu steigern und damit PKW-Fahrten zu ersetzen, somit die Abgabe von Kohlendioxid und anderen Schadstoffen zu verringern.

Mitte 1997 haben wir einigen Würmtalgemeinden konkrete Vorschläge zur Verbesserung des Radverkehrsnetzes vorgelegt:

  1. Aussagen der Agenda 21 zum Radverkehr
  2. Verbesserung der Fahrradinfrastruktur
  3. Schaffung eines fußgänger- und radfahrerfreundlichen Klimas
  4. Ein gemeindeübergreifendes Netz von Hauptstrecken für den Radverkehr sollte vereinbart, in besonderer Weise gepflegt und gemeinsam weiterentwickelt werden.
  5. Die Gemeinden Gräfelfing und Planegg haben Listen mit Hinweisen auf verbesserungswürdige Stellen erhalten. Diese Listen werden jetzt Zug um Zug abgearbeitet und Mängel im Radverkehrsnetz behoben.

Wir freuen uns, daß unsere Vorschläge nun von den Gemeinden nach und nach realisiert werden:
 
Gräfelfing
Im September 99 wurden in Gräfelfing folgende Einbahnstraßen für den Radverkehr entsprechend den StVO-Bestimmungen versuchsweise in Gegenrichtung geöffnet:

Ahornstraße, Buchenstraße, Eichenstraße.


Baubeginn
Ende Juni
Wer vom Lochhamer Schlag kommend die Großhaderner Straße in Richtung Würm befährt, wird in Kürze links der Pasinger Straße einen kurzen Radweg vorfinden, auf dem er gefahrlos hinter der Bushaltestelle (Linie 70) in die Finkenstraße gelangen kann. 



Realisiert wurde vor kurzem außerdem eine Fahrbahnmarkierung auf der Lochhamer Straße an der Steigung zwischen An der Würmleiten und Pasinger Straße. Der Streifen darf vom KFZ-Verkehr bei Bedarf mitbenutzt werden, macht den rechtsabbiegenden Autofahrern aber deutlich, daß geradeausfahrende Radfahrer in Richtung ProMarkt hier Vorrang haben.



Ebenfalls verbessert wurde die Situation in der Würmstraße: Am unteren Ende der Rampe zum Wildgrubersteg wurde der Randstein abgesenkt und auf der Straße eine Sperrmarkierung angebracht, so daß hier auch für Rollstuhlfahrer und KinderwagenlenkerInnen der Zugang erleichtert ist. Gegenüber der Feuerwehr ist eine Zufahrt zum Weg an der Würm geschaffen worden, durch die den Radlern die Überquerung der Bahnhofstraße deutlich erleichtert wird.



Außerdem wurde in der Adlerstraße beim Durchgang zum Wildgrubersteg der Randstein abgesenkt. Die Beschilderung "Gehweg - Radfahrer frei" verpflichtet Radler zu rücksichtsvollem Verhalten.



Besonders gefreut haben wir uns über einen Weg für Fußgänger und Radfahrer, den die Gemeinde Gräfelfing an der Westseite des Neurieder Weges zwischen Großhaderner- und Würmtalstraße angelegt hat. Diese Strecke war zuvor für weniger mutige Radfahrer praktisch gesperrt.



Ebenfalls erfreulich: Der Alte Lichtweg zwischen Steinkirchen und der Gräfelfinger Glücksiedlung wurde in den Winterdienst aufgenommen und war im Winter 99/00 per Fahrrad recht gut passierbar.


Planegg
Die Gemeinde Planegg hat zusätzliche Wegweiser aufgestellt: Die Forst-Kasten-Route durch Kettelerstraße, Münchner Straße und Im Grund sowie die Planegger U-Bahn-Route über Martinsried zur Haltestelle U-Bahn Großhadern sind nun auch ohne besondere Ortskenntnis zu finden.



Die Verbesserung der Radverkehrsführung am Friedhofsparkplatz und zwischen Richard-Wagner-Straße und dem Bruggergangerl ist zur Zeit in der Planungsphase - entschieden ist noch nichts. Weitere Vorschläge der Agenda 21 sollen in den nächsten Jahren realisiert werden, sofern Mittel dafür vorhanden sind. 


Anfang 1997 hat die Gemeinde Planegg die Bürger aufgerufen, Verbesserungswünsche zum Radverkehr einzureichen. Mitte 1997 haben wir unsere Verbesserungsvorschläge vorgelegt, realisiert wurde bisher fast nichts. Es fällt uns schwer, mit dem in Planegg Erreichten zufrieden zu sein. 

1    Aussagen der Agenda 21 zum Radverkehr

Der Radverkehr wird im Text der Vereinbarung von Rio direkt angesprochen in
 
Kapitel 7 Förderung einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung
     Programmbereich E Förderung umweltverträglicher Energieversorgungs- und Verkehrssysteme in Städten und Gemeinden
          7.52 Maßnahmen  Die Förderung leistungsfähiger und umweltschonender Nahverkehrssysteme in allen Ländern soll durch ein umfassendes Gesamtkonzept für die städtische Verkehrsplanung und -Abwicklung erfolgen. Zu diesen Zwecken sollen die Länder ...
                         c)   ...  nach Möglichkeit nichtmotorisierte Beförderungsarten unterstützen, indem sie für sichere Rad- und Gehwege in Innenstadt- und Vorstadtbezirken sorgen;
          7.54 Umsetzung  ... sollen alle Länder nach Möglichkeit folgende Maßnahmen einleiten:
                         b) die Schärfung des Bewußtseins der Öffentlichkeit für die Umweltfolgen des Verkehrs- und Reiseverhaltens im Rahmen von Medienkampagnen sowie durch Unterstützung von nichtstaatlichen und kommunalen Initiativen, die nicht  motorisierte Arten der Fortbewegung, Fahrgemeinschaften und Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit fördern; ... 
Aus den Vereinbarungen zum Schutz der Erdatmosphäre ergibt sich zwingend ein weiteres Motiv für die entschiedene Förderung unmotorisierter Fortbewegung.

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2    Verbesserung der Fahrradinfrastruktur

Zum Radverkehr gehören nicht nur „Radwege" - dies ist  zwar die teuerste, aber keineswegs immer auch die sicherste Lösung. Tatsächlich gibt es eine große Palette weiterer Elemente eines Radverkehrsnetzes, die je nach örtlicher Situation sinnvoll eingesetzt werden können. Drei Beispiele sollen hier genannt werden: Details zu diesen und vielen weiteren Lösungsmöglichkeiten finden sich im Standardwerk für die Planung von Radverkehrsanlagen:

Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 95)
Herausgeber:  Beratungsstelle für Schadenverhütung, Köln

 und

Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen
Postfach 50 13 62
50973 Köln (Bezugsadresse für ERA 95; Preis: DM 58,-)

Dieses Werk sollte in keiner Gemeinde fehlen, die sich um eine zeitgemäße Radverkehrsplanung bemühen will. Andere Schriften wie z.B. das Heft „Radverkehr in Städten und Gemeinden" des ADAC basieren auf den ERA 95 und stellen damit zwangsläufig eine unvollständige Zusammenfassung dar.

Zur Fahrradinfrastruktur zählen neben den Verkehrswegen auch Einrichtungen wie

Nicht alle Elemente der Fahrradinfrastruktur sind unmittelbar durch die Gemeinden beeinflußbar; trotzdem sollte das Gesamtsystem berücksichtigt werden, wenn über Einzelmaßnahmen beraten wird.

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3    Schaffung eines radfahrer- (und fußgänger-) freundlichen Klimas

Vielerorts stoßen Radler und Radlerinnen täglich auf kleinere und größere Hindernisse und unnötige Einschränkungen ihrer Beweglichkeit. An vieles hat man sich längst gewöhnt, und man muß sich schon mit besonderer Aufmerksamkeit im Ort bewegen, um die vielen kleinen "Fahrrad-Unfreundlichkeiten" bewußt wahrzunehmen: Die Bürgerinnen und Bürger sollten erleben, daß sie per Fahrrad und zu Fuß im Ort mindestens ebenso willkommen sind wie als Autofahrer. Diesem Ziel näherzukommen ist eine wichtige Aufgabe für die Gemeinden, aber auch für Einzelhändler und Arbeitgeber. Durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit sollte Abschnitt 7.54 b der Agenda 21 realisiert werden.

Zu einem radfahrerfreundlicheren Klima müssen allerdings auch RadfahrerInnen ihren Teil beitragen: Durch rücksichtsvolles Verhalten vor allem gegenüber noch schwächeren Verkehrsteilnehmern, durch Verzicht auf überraschende Fahrmanöver, durch weitgehende Beachtung der Verkehrsregeln. Wer Ampeln bei Rot überquert, bringt andere nicht nur gegen sich, sondern gegen Radfahrer im allgemeinen auf. Besser wäre da eine Mitarbeit bei uns: Gemeinsam haben wir es leichter, die Bedingungen für den Radverkehr zu verbessern.

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4    Vorschlag für ein gemeindeübergreifendes Radverkehrsnetz im Würmtal

Verbesserungen im Radverkehrsnetz sollten so ausgeführt werden, daß sie einander ergänzen und ein sinnvolles gemeindeübergreifendes Gesamtnetz ergeben. Wir schlagen hiermit ein Grundnetz vor, deren Strecken überwiegend abseits von starkem Kraftverkehr verlaufen; sie werden durchweg schon heute gern von Radfahrern benutzt, weil sie relativ zügig und bequem befahrbar sind.

Bei allen Planungen sollte dieses Grundnetz gepflegt werden: Wo nötig, sollten schrittweise Verbesserungen für Radler(innen) realisiert werden. Pflegemaßnahmen können sein:

Selbstverständlich sind weitere kleinräumige Maßnahmen in den Netzmaschen damit nicht ausgeschlossen, wenn die besonderen Umstände dies dort erfordern.

Das Netz wird sicher weiterzuentwickeln sein; es wird hiermit als Vorschlag vorgestellt, um eine Diskussion und weitere Verbesserungsvorschläge anzuregen. Wir würden uns freuen, wenn es nach einer gewissen Reifezeit, in der sich auch die Bürger damit beschäftigen können, etwa Ende 1997 durch möglichst viele Würmtalgemeinden per Gemeinderatsbeschluß bestätigt und die gezielte Förderung dieser Strecken beschlossen würde.

(Anmerkung: Bis Mai 1999 hat noch keine Gemeinde einen entsprechenden Beschluß gefaßt; immerhin sind die beschriebenen Strecken inzwischen teilweise beschildert worden.)

Wir schlagen ein Netz vor, das nach aktuellem Stand aus drei Nord-Süd-Verbindungen und zwei Ost-West-Strecken besteht:

Strecke A,  S-Bahn-Route: Von Pasing nach Gauting nahe der S-Bahn-Strecke, soweit möglich.
 

Pasing Maria-Eich-Straße
Lochham Friedenstraße, Lacklbrücke, Waldweg entlang der Bahn
Gräfelfing Scharnitzer Straße, Bürgerhaus, Professor Kurt-Huber-Straße, Professor Max-Dieckmann-Platz
Planegg Egenhofenstraße, Hofmarkstraße, Kraillinger Straße
Krailling Bergstraße
Stockdorf Waldstraße, über Waldweg zum Grubmühler Feld
Gauting Tulpenstraße, Hangstraße, Bahnhofstraße

Strecke B,  Würmroute: Von Pasinger Stadtpark an der Würm entlang nach Starnberg.
Die Strecke wird schon jetzt besonders im Freizeitverkehr sehr stark befahren und ist bis nach Dachau ausgeschildert.
 

München Pasinger Stadtpark entlang der Würm
Lochham Friedenstraße, Lacklbrücke, Waldweg entlang der Bahn
Gräfelfing Würmstraße, Stefanusstraße, Steinkirchner Straße
Planegg Georgenstraße, Bräuhausstraße
Krailling Margaretenstraße, Mitterweg
Stockdorf Zugspitzstraße, Waxensteinstraße, Würmstraße
Gauting Grubmühler Feldstraße, Am Würmufer, Schloßstraße, Ledererstraße, Pfarrweg, Leutstettener Straße

Strecke C,  Forst-Kasten-Route: Von Gräfelfing über Im Grund zum Forsthaus Kasten  (zur Weiterfahrt über Buchendorf nach Starnberg)
 

Gräfelfing Anschluß an Würm-Route: Wildgrubersteg; Adlerstraße, Finkenstraße, Spitzackerstraße, Weberhofstraße
Planegg Robert-Koch-Straße, Kettelerstraße, Josef-von-Hirsch-Straße, Münchener Straße, 
  Fürstenrieder Straße, Im Grund, Planegger Sträßl, Forsthaus Kasten

Strecke D,  Planegger U-Bahn-Route: Von S-Bahn Planegg über Martinsried zur U-Bahn Großhadern.
 

Planegg Bahnhofstraße, Hofmarkstraße, (Querung der Germeringer Straße an Ampel westlich der S-Bahn möglich), Hutfeldstraße, Brugger-Gangerl, Richard-Wagner-Straße, Münchener Straße
Martinsried Einsteinstraße, ab Ecke Bunsenstraße in den Park, Planegger Straße, Kirchplatz, Angerbauerstraße, Großhaderner Straße
München Marchionistraße, über Klinikumgelände zur U-Bahn Klinikum Großhadern
alternativ Wenn die Radwegverbindung zwischen Max-Planck-Institut zur U-Bahn gebaut wird, ist die Verbindung zur U-Bahn über Am Klopferspitz auszuweisen. Die Strecke über Großhaderner Straße zur Würmtalstraße sollte dann weiterhin als bevorzugter Radverkehrsweg behandelt werden, da er eine wichtige Verbindung nach München darstellt.

Strecke E,  Gräfelfinger U-Bahn-Route: Von Freiham über S-Bahn Gräfelfing zur U-Bahn Großhadern.
 

Gräfelfing Freihamer Straße, S-Bahn Gräfelfing, Bürgerhaus, Flurstraße, Schulstraße, Haberlstraße, Wildgrubersteg, Adlerstraße, Finkenstraße, Pasinger Straße, Großhaderner Straße durch den Lochhamer Schlag
München Gräfelfinger Straße
      Problempunkt: Das Stück entlang der Pasinger Straße zwischen Großhaderner Straße und Finkenstraße ist in Richtung S-Bahn Gräfelfing legal keine erträgliche Radstrecke. Die Route kann so nur ausgewiesen werden, wenn hier eine Lösung gefunden wird, die Radlern das zweimalige Überqueren der Pasinger Straße erspart. Alternativ: Führung über Schulstraße, Bahnhofstraße, Würmtalstraße.
Über Hinweise auf Problembereiche oder Vorschläge für weitere Strecken freuen wir uns. Über den Stand der Verbesserungsmaßnahmen im Netz der einzelnen Gemeinden können Sie sich in Abschnitt 5 dieser Seite informieren.

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